Gib Gummi

Für den G20-Gipfel kündigte der Leitende Polizeidirektor bei der Polizei Hamburg Hartmut Dudde den Einsatz von „allem, was Polizeien so besitzen“, an. Bisher war nicht bekannt, dass hierzu auch Gummigeschosse gehörten.

Trotz einer fehlenden gesetzlichen Bestimmung haben, so schreibt es heise.de, Polizeikräfte beim G20-Gipfel in Hamburg mit Gummigeschossen auf Personen gefeuert. Der Vorfall wurde erst im Hamburger Innenausschuss öffentlich. Demnach hatte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) kurz vor Mitternacht am Freitag auf Personen auf dem Dach des Hauses Schulterblatt 1 geschossen.

Es sei nicht auf Personen, „sondern gezielt die Dachkante“ beschossen worden sagt die Polizeiführung. Dort befindliche „Störer und Gewalttäter“ seien außerdem mit Ziellasern von Maschinenpistolen „ganz gezielt bedroht“ worden, bevor die SEK-Kräfte in das Gebäude eindrangen.

Der Einsatz sei notwendig gewesen, da die Polizeieinheiten „in einen Hinterhalt gelockt“ worden seien, um sie dann von oben mit „Molotowcocktails, Gehwegplatten, Steinen, Eisenstangen und so weiter“ zu bewerfen. Belege gibt es dazu nicht, nach der Stürmung der Dächer fanden sich jedenfalls, soweit bisher bekannt, keine Wurfmaterialien.

Die Schüsse wurden aus „40-mm-Waffen“ abgegeben. Gemeint ist vermutlich die von Heckler & Koch hergestellte Granatpistole „HK69“, die bei der Polizei als „Mehrzweckpistole“ (MZP 1) bezeichnet wird. Damit können unter anderem Leuchtmunition, Blendgranaten oder Tränengas abgeschossen werden. Es ist nicht bekannt, welchen Typ von Gummigeschossen die Einheiten eingesetzt haben. Möglich wären auch Plastikgeschosse, die bis Ende der 80er Jahre in Nordirland für bis zu 30 Tote gesorgt hatten.

 

Der G20 in Hamburg, eine etwas längere Aufarbeitung

 

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