Neuer Höchststand: 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht

Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni vermeldet das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) einen Höchststand: Ende 2016 waren 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Umweltzerstörung, Gewalt und Vertreibung – mehr als 300.000 Menschen als im Jahr zuvor und damit der höchste jemals registrierte Stand.

Besonders schockierend ist die Tatsache, dass Kinder die Hälfte der weltweiten Flüchtlingsbevölkerung ausmachen. Im letzten Jahr wurden 75.000 Asylanträge von Kindern gestellt, die allein oder von ihren Eltern getrennt fliehen mussten.

Obwohl im vergangenen Jahr viel über die Situation von Flüchtlingen berichtet wurde, die auf der Flucht nach Europa ihr Leben riskierten, leben die meisten Flüchtlinge – 84 Prozent – in Entwicklungsländern. Jeder dritte Flüchtling lebt in den ärmsten Ländern der Welt.

Syrien bleibt weiterhin weltweit am stärksten von Flucht und Vertreibung betroffen: Zwölf Millionen Menschen (fast zwei Drittel der Gesamtbevölkerung) sind entweder Binnenvertriebene oder im Ausland als Flüchtlinge und Asylsuchende.

Hier versuchen die NATO-Staaten unter Führung der USA , ihre Allmachtsfantasien der „Neuen Weltordnung“ militärisch durchzusetzen. Der Krieg in Syrien ist ein Beispiel, wie die imperialistischen Mächte der Welt versuchen, den berechtigten Kampf der Menschen um Freiheit und Demokratie zu missbrauchen, um ihre Einflusssphären im Nahen und Mittleren Osten neu zu gestalten.In diesem Sinne sollte der reaktionäre Machthaber Assad gestürzt und Syrien aus dem Einflussbereich Russlands herausgebrochen werden. Das Land ist auch zum Zankapfel der regionalen Mächte Türkei, Saudi-Arabien und Iran geworden. Dabei bedienen sie sich islamisch verbrämter faschistischer Gruppierungen wie Al Nusra, Al Qaida oder des inzwischen wackeligen Islamischen Staats.

Was sind die Ursachen dieser katastrophale Situation ?

Jean Ziegler, dessen neues Buch „Der schmale Grat der Hoffnung“ https://www.amazon.de/schmale-Grat-Hoffnung-gewonnenen-verlorenen/dp/3570103285 lesenswert ist, meint dazu:

„Wir leben unter der Weltdiktatur des globalisierten Finanzkapitals. Die Oligarchie der 500 größten Konzerne kontrolliert 52,8 Prozent des Weltbruttosozialproduktes, also aller in einem Jahr produzierten Reichtümer. Das ist eine Machtfülle, wie sie kein König, Kaiser, Papst je hatte. Die Konzerne entschwinden jeder staatlichen Kontrolle und folgen nur einer Strategie: Profitmaximierung. Heute sind in den USA die Milliardäre ja direkt an der Macht.“

Er glaubt nicht an die Reformierbarkeit des Kapitalismus:

„Die Grundprinzipien sind seit 200 Jahren Konkurrenz, Marktwillkür und Monopolisierung von Macht. Dem gegenüber lebt in uns der Wille zu einer ganz anderen Gesellschaft, die nach dem Prinzip organisiert ist: von jedem nach seinen Fähigkeiten, für jeden nach seinen Bedürfnissen. Acht Milliardäre haben heute mehr Vermögen als 3,6 Milliarden ärmste Menschen. Da heißt es: Ja, das ist moralisch verwerflich. Aber Konsequenzen hat es keine. Dabei wird das bezahlt durch das Elend der untersten Schichten.“

Jean Ziegler, eine interessante moralische Institution: