NSU-Protest – Trauer und Empörung nicht nur bei den Angehörigen


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Heute fand in meinem Stadtteil eine bewegende Kundgebung und Demonstration anlässlich der Urteilsverkündigung im NSU-Prozess statt. Aktiv brachten Nachbarn, Freunde, von den Morden erschütterte und Familienmitglieder von Süleyman Tasköprü ihren Protest über dieses beschämende Urteil auf die Straße.

Süleyman, ein Obst- und Gemüsehändler, wurde am 27. Juni 2001 in in meiner Nachbarschaft im Laden seines Vaters von den NSU-Terroristen ermordet. Nach seinem Tod wurde die Familie verdächtigt und kriminalisiert. Dem Sohn wurden Kontakte ins Drogenmilieu unterstellt, der Familie kriminelle Aktivitäten.
Als das nicht zu beweisen war wurden kurdische Freiheitskämpfer ins Gespräch gebracht, kriminalisiert und behauptet diese hätten einen inhaltlich nicht bestimmten Racheakt gegen die Familie begangen. Bisher gab es von den Hamburger Polizeibehörden keine Entschuldigung.

Das Trio war größer als drei Leute, las ich heute auf einem Protestschild. Wer kundschaftete den Gemüseladen aus, um welche faschistischen Seilschaften ging und geht es hier, welche Rolle spielt der Verfassungsschutz und welche Verbindungen gab und gibt es vom Staatsapparat ins faschistische Milieu nicht nur in Hamburg. Fragen über Fragen die nicht nur die Familie Tasköprü quälen.
Besonders bewegte eine Audiobotschaft vom Bruder Süleymans. Als Prozessbeobachter war er heute in München. Er ist empört über die milden Urteile der Helfershelfer von Zschäpe und Co. und tief betroffenen über die lächelnden Angeklagten und jubelnden Zuhörer aus dem faschistischen Spektrum im Zuschauerraum des Gerichts. 

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